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Vorerkrankung anrechnen: So sparst du als Arbeitgeber bares Geld (und vermeidest Fehler!)

Lukas Fuchs vor 1 Monat 3 Min. Lesezeit

Krankheitstage deiner Mitarbeiter können teuer werden. Aber wusstest du, dass du unter Umständen **Vorerkrankungen anrechnen** kannst, um die Lohnfortzahlung zu reduzieren? Viele Arbeitgeber lassen sich hier Geld entgehen oder machen Fehler, die teure Konsequenzen haben können. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du es richtig machst – einfach, verständlich und ohne unnötiges Juristen-Blabla.

Okay, lass uns direkt eintauchen. Ich bin kein Fan von langem Vorgeplänkel. Du willst wissen, wie du als Arbeitgeber **Vorerkrankungen richtig anrechnen** kannst, um deine Kosten zu senken und gleichzeitig rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Los geht's! ## Was bedeutet 'Vorerkrankung anrechnen' überhaupt? Stell dir vor, ein Mitarbeiter ist 3 Wochen krankgeschrieben. Dann arbeitet er wieder, und kurze Zeit später, wegen der *gleichen* Krankheit, fehlt er erneut. Hier kommt die Anrechnung von Vorerkrankungen ins Spiel. Das Gesetz sagt, dass du als Arbeitgeber nur für eine bestimmte Zeit (in der Regel 6 Wochen) Lohnfortzahlung für *dieselbe* Krankheit leisten musst. Waren die beiden Krankheitsphasen durch eine Arbeitszeit getrennt, kannst du die erste Krankheitsphase unter Umständen auf die zweite anrechnen. Das bedeutet konkret: Du zahlst nicht nochmal 6 Wochen vollen Lohn, sondern nur noch die Differenz, bis die 6 Wochen insgesamt erreicht sind. Klingt gut, oder? ## Die wichtigsten Voraussetzungen für die Anrechnung von Vorerkrankungen Aber Achtung: So einfach ist es dann doch nicht. Es gibt ein paar wichtige Dinge, die du beachten musst, damit die Anrechnung rechtens ist: * **Dieselbe Krankheit:** Die beiden Krankheitsphasen müssen auf derselben Grunderkrankung beruhen. Ein gebrochenes Bein kannst du also nicht auf eine Grippe anrechnen. Klingt logisch, ist aber wichtig. * **Nicht länger als sechs Monate:** Zwischen den beiden Krankheitsphasen dürfen nicht mehr als sechs Monate liegen. Sonst gilt die Erkrankung als 'neu'. * **Keine neue Entgeltfortzahlungspflicht:** Die Anrechnung ist ausgeschlossen, wenn seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit zwölf Monate vergangen sind. Außerdem darf der Anspruch auf Entgeltfortzahlung für die vorherige Arbeitsunfähigkeit nicht bereits erschöpft sein. **Wichtig:** Du musst beweisen können, dass es sich um dieselbe Krankheit handelt. Frage im Zweifel bei der Krankenkasse des Mitarbeiters nach. Die dürfen dir Auskunft geben (natürlich nur im Rahmen des Datenschutzes). ## Warum du dich mit der Anrechnung von Vorerkrankungen beschäftigen solltest Ganz einfach: Es geht um dein Geld! Lohnfortzahlung ist ein erheblicher Kostenfaktor, besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Wenn du die Möglichkeit hast, **Vorerkrankungen anzurechnen**, solltest du das auch tun. Dadurch kannst du deine Personalkosten spürbar senken. ## So gehst du konkret vor: Schritt-für-Schritt-Anleitung 1. **Krankmeldung prüfen:** Sobald ein Mitarbeiter sich krankmeldet, prüfe, ob es in der Vergangenheit bereits ähnliche Krankmeldungen gab. 2. **Krankenkasse kontaktieren:** Hole dir von der Krankenkasse des Mitarbeiters die notwendigen Informationen ein. Frage, ob die aktuelle Krankheit auf derselben Grunderkrankung wie eine frühere beruht. 3. **Anrechnung berechnen:** Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, berechne, wie viele Tage du noch Lohnfortzahlung leisten musst. 4. **Dokumentieren:** Halte alle Schritte und Berechnungen genau fest. Das ist wichtig, falls es später zu Streitigkeiten kommt. ## Häufige Fehler, die du vermeiden solltest * **Blindlings anrechnen:** Einfach so Vorerkrankungen anzurechnen, ohne die Voraussetzungen zu prüfen, kann teuer werden. Im schlimmsten Fall musst du die Lohnfortzahlung nachzahlen und riskierst eine Klage. * **Datenschutz ignorieren:** Du darfst nicht einfach so beim Arzt des Mitarbeiters anrufen und nachfragen. Das verstößt gegen den Datenschutz. Wende dich immer an die Krankenkasse. * **Nicht dokumentieren:** Wenn du deine Schritte nicht dokumentierst, hast du im Streitfall schlechte Karten. ## Advanced Tips für Profis (so sparst du noch mehr!) Okay, jetzt wird's etwas komplexer. Hier sind ein paar fortgeschrittene Tipps, mit denen du das Thema **Vorerkrankung anrechnen** noch besser meistern kannst: * **Frühzeitig handeln:** Warte nicht, bis der Mitarbeiter schon wiederholt krank ist. Prüfe die Möglichkeit der Anrechnung bereits bei der ersten Krankmeldung. * **Betriebliches Gesundheitsmanagement:** Investiere in die Gesundheit deiner Mitarbeiter. Ein gutes betriebliches Gesundheitsmanagement kann dazu beitragen, dass Mitarbeiter seltener krank werden und du weniger Lohnfortzahlung leisten musst. * **Rechtliche Beratung:** Hole dir im Zweifelsfall rechtliche Beratung ein. Ein Anwalt kann dir helfen, die Rechtslage richtig einzuschätzen und Fehler zu vermeiden. * **Krankengespräche führen:** Sprich mit deinen Mitarbeitern, wenn sie häufig krank sind. Das muss nicht vorwurfsvoll sein, sondern kann auch ein Zeichen der Wertschätzung sein. Vielleicht gibt es Probleme, bei denen du helfen kannst. ## Das Bundesarbeitsgericht Urteil vom 18.01.2023 – 5 AZR 93/22 Im Januar 2023 hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) ein wichtiges Urteil zur Anrechnung von Vorerkrankungen gefällt (Az. 5 AZR 93/22). Das BAG hat klargestellt, dass Arbeitgeber **Vorerkrankungen** auch dann anrechnen dürfen, wenn die vorherige Arbeitsunfähigkeit auf einer anderen Ursache beruhte, solange die aktuelle und die vorherige Erkrankung auf derselben Grunderkrankung beruhen. Dieses Urteil hat die Rechte der Arbeitgeber gestärkt und die Möglichkeiten zur Anrechnung von Vorerkrankungen erweitert. [Hier findest du eine Zusammenfassung des Urteils](https://www.ra-weber-partner.de/blog/das-ende-der-nicht-anrechenbaren-vorerkrankung) mit weiteren Erklärungen. ## Fazit: Vorerkrankung anrechnen kann sich lohnen – wenn du es richtig machst Die **Anrechnung von Vorerkrankungen** ist ein komplexes Thema, das aber viel Potenzial bietet, um deine Personalkosten zu senken. Wenn du die Voraussetzungen kennst, die Schritte sorgfältig durchführst und häufige Fehler vermeidest, kannst du bares Geld sparen. Und denk daran: Im Zweifelsfall ist rechtliche Beratung immer eine gute Idee. Also, nutze die Möglichkeiten, die dir das Gesetz bietet, und optimiere deine Lohnfortzahlungskosten. Und jetzt: Raus da und umsetzen!

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